Schilddrüsen-Diagnostik-------------------

Mit modernen nuklearmedizinischen Diagnostik-Methoden sowie einer detaillierten Labordiagnostik lassen sich Erkrankungen der Schilddrüse sicher erkennen. Da in Österreich dem Speisesatz durch Jodmangel zusätzlich Jod zugeführt wird, konnten Kröpfe nahezu zur Gänze zum Verschwinden gebracht werden. Das Spektrum der Schilddrüsen-Diagnostik stellt sich wie folgt dar:

Die Abklärung von Schilddrüsenerkrankungen beruht auf 4 Säulen

  1. Zu einer umfassenden Untersuchung gehört zunächst der Ultraschall, mit dem die Größe der Schilddrüse und eventuelle Knoten festgestellt werden. So kann festgestellt werden, ob eine 'normale' Schilddrüsenfuntion (Euthyreose), eine Unterfunktion (Hypothyreose) oder eine Überfunktion (Hyperthyreose) der Schilddrüse vorliegt.
  2. Auch eine Blutentnahme zur Prüfung der Schilddrüsenhormonwerte ist unumgänglich.
  3. Sollte eine Veränderung im Ultraschall nachgewiesen werden, kommt die nuklearmedizinische Untersuchung, die Schilddrüsenszintigraphie, zum Einsatz. Sie erlaubt die Differenzierung zwischen sogenannten heißen und kalten, das heißt stoffwechselaktiven gegenüber -inaktiven Knoten.
  4. Mit Hilfe der Feinnadelpunktion kann aus der Schilddrüse Zellmaterial für eine mikroskopische Untersuchung entnommen werden, die dem Zweck dient, gutartige von bösartigen Veränderungen zu unterscheiden.

Wir bieten:

  • Schilddrüsen-Ultraschall
  • Schilddrüsen-Szintigraphie
  • Feinnadelpunktion

Schilddrüsen-Ultraschall

Haupteinsatzgebiete:

  • Beurteilung der Struktur und Echogenität der Schilddrüse (z.B. Echoarmes Schilddrüsen-Gewebe bei lymphozytärer Thyreoiditis (Hashomoto)
  • Vergrößerungen der Schilddrüse (Struma)
  • Darstellung von Knoten und Zysten
  • Differentialdiagnostik der Überfunktion
  • Lymphknoten in der Nachbarschaft der Schilddrüse

Untersuchungsablauf

Die Untersuchung wird im Liegen durchgeführt, ist strahlenfrei und mit keinerlei Nebenwirkungen verbunden. Sie kann daher beliebig oft bei einem Patienten/einer Patientin eingesetzt werden und eignet sich daher sehr gut auch zur Verlaufsbeobachtung. Auch der Krankheitsverlauf nach operativen Eingriffen kann per Ultraschall kontrolliert werden.

Schilddrüsen-Szintigraphie

Die Szintigraphie der Schilddrüse ist eine nuklearmedizinische Untersuchung, bei der die Jodaufnahme der Schilddrüse dargestellt wird. Die Verteilung der Jodaufnahme erlaubt wiederum Rückschlüsse auf die Funktion der Schilddrüse und kann dadurch Hinweise auf verschiedene Erkrankungen geben.

Haupteinsatzgebiete:

  • Beurteilung der allgemeinen und regionalen Funktion der Schilddrüse
  • Beurteilung der Funktion und des Stoffwechsels knotiger Veränderungen
  • Unterscheidung von ‚normalen‘, ‚kalten‘ und ‚heißen‘ Knoten (z.B. Autonomes Adenom)
  • Nachweis einer Schilddrüsen-Autonomie

Die Begriffe ‚kalt‘ und ‚heiß‘ beziehen sich darauf, ob die Schilddrüsenknoten mehr oder weniger aktiv sind als das übrige Schilddrüsengewebe. Daraus ergeben sich wichtige Schlussfolgerungen, wie mit den entsprechenden Knoten weiter zu verfahren ist.

Untersuchungsablauf

Für die Schilddrüsen-Szintigraphie wird eine radioaktive Substanz (Technetium-99m) verwendet, die in ihrer chemischen Eigenschaft dem Element Jod ähnelt. Dieser Tracer wird dem Patienten/der Patientin in einer jeweils unschädlichen Menge in eine Vene injiziert und reichert sich nach etwa 20 Minuten in der Schilddrüse bzw. den Schilddrüsenzellen an. Die von Technetium-99m ausgesandte Strahlung (die sogenannte Gamma-Strahlung) wird von einer speziellen Kamera (Gamma-Kamera) aufgezeichnet, so dass die Schilddrüse bildlich dargestellt und die Schilddrüsenfunktion beurteilt werden kann. Gleichzeitig wird die von der Schilddrüse aufgenommene Radionuklidmenge gemessen und der sogenannte Thyreoidale Technetium Uptake bestimmt (TcTU). Die Untersuchung erfolgt im Sitzen und dauert etwa 2-3 Minuten.

Strahlenbelastung

Das am häufigsten verwendete Radionuklid ist Technetium-99m. Es ist ein reiner Gammastrahler mit einer kurzen physikalischen Halbwertszeit von 6 Stunden und einer ebenfalls kurzen biologischen Halbwertszeit. Somit ist die Untersuchung nur mit einer geringen Strahlenbelastung für die PatientInnen verbunden. 

Feinnadelpunktion

Gelegentlich ergibt sich aus der Sonographie und Szintigraphie die Indikation, einen Schilddrüsenknoten mittels Feinnadelpunktion weiter abzuklären.

Haupteinsatzgebiete:

  • Nachweis bzw. Ausschluss eines Schilddrüsenkarzinoms

Untersuchungsablauf

Die Untersuchung wird im Liegen durchgeführt. Nach Hautdesinfektion werden unter sterilen Bedingungen und ultraschallgezielt mit einer feinen Nadel Zellen aus dem zu untersuchenden Knoten entnommen und später unter dem Mikroskop beurteilt. Der Eingriff selbst dauert nur wenige Sekunden. Der Stich ist nicht schmerzhafter als eine Blutabnahme. Die Methode gilt als außerordentlich risikoarm, unter den prinzipiell nie ganz auszuschließenden Komplikationen wäre ein Bluterguss an der Punktionsstelle zu nennen. Bei erhöhter Blutungsneigung oder Einnahme von blutgerinnungshemmenden Medikamenten wird die Feinnadelpunktion nicht durchgeführt.

 

 

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